Simon Seitz: Rückblick über 3 Monate Sambia

Die Amano Schule liegt in der Copperbelt Gegend von Sambia, einer von großen Kupferminen geprägten Region, und direk...

Letzte Woche bin ich nach Sambia zurückgekehrt, um weitere drei Monate hier an der Amano Christian School zu verbringen. In den ersten drei Monaten habe ich dort im Heim, in dem die Burschen wohnen, gelebt und gearbeitet. Dieses Semester werde ich auch ein klein wenig unterrichten.

Die Amano Schule liegt in der Copperbelt Gegend von Sambia, einer von großen Kupferminen geprägten Region, und direkt an einer dicht befahrenen Hauptstraße. Trotzdem scheint man für europäische Verhältnisse sehr abgelegen und direkt im Busch zu leben. Man schläft unterm Moskitonetz. Das Wasser muss gefiltert werden. Oft fällt der Strom aus.

Die Schule ist sowohl für Sambier als auch für Ausländerkinder, aus reichen und aus ärmeren Verhältnissen, also bunt gemischt. Es ist eine kleine Schule mit einem für Sambia hohen Qualitätsanspruch an die Ausbildung und einer starken christlichen Ausrichtung. Die Schule startet täglich mit Gebet, Liedern und meistens einem kurzen Beitrag zu einem Bibeltext von einem der Lehrer. Im Musikunterricht werden viele christliche Lieder gesungen, Grundlagen des Glaubens heißt ein Schulfach und die Schüler im Internat werden dazu angehalten selbst auch die Bibel zu lesen und zu beten und natürlich besuchen alle am Sonntag eine Kirche.  Doch ist in der Regel nichts zwanghaftes daran. Es ist schön zu sehen, dass nicht wenige Schüler auch mit Freude Christen sind.

In drei Tagen, am 10.5.2011, wird der Schulbetrieb wieder begonnen haben. Ein wenig fürchte ich mich wieder vor dem zermürbenden Alltag, den vielen scheinbar sinnlosen kleinen Arbeiten, die aber doch notwendig sind. Doch für alles, was man hier tut, wird man durch die Erfahrung reich entschädigt.

Die Zeit hier bisher war manchmal anstrengend, manchmal langweilig, aber es gibt immer wieder etwas Neues zu entdecken und zu erleben. Das Land Sambia ist an sich sehr schön, obwohl ein Schüler mir erklärte, dass es in diesem Land nicht viel zu sehen gäbe. Dabei gibt es viele Tiere, besonders viele Vögel, eine Unzahl an Insekten und auch die Landschaft ist für einen Europäer beeindruckend. Von den berühmten Wasserfällen des David Livingstone habe ich zwar bis jetzt nur gehört, aber ich konnte schon selbst einmal Giraffen und einige Antilopen in ihrer natürlichen Umgebung sehen.

Die meisten Leute hier in Sambia sind zwar freundlich, aber auch recht skeptisch Weißen gegenüber und versuchen gern diese, wenns ums geschäftliche geht übers Ohr zu hauen. Sambier behaupten zwar gerne ihr Land wäre ein christliches Land und die Statistik gibt ihnen auch recht, aber das heißt nicht, dass man auf der Straße sicher wäre. Aber das ist ja mit anderen christlichen Ländern auch nicht anders. Es wird viel gestohlen, oder ungefragt "ausgeliehen", selbst an der Amano Schule, und ich habe auch schon einige Geschichten erlebt.

Wer mehr darüber lesen möchte, wie es mir hier in diesem Land und an dieser außergewöhnlichen Schule ergeht, kann auf meiner Internetseite (www.ninau.net) nachschauen, wo ich einige meiner Erlebnissegesammelt habe. Leider nur in Englisch, da ich nicht die Zeit hatte, in zwei Sprachen zu schreiben.

Simon Seitz