Land & Leute

Über Malawi:

ImageRepublik im Südosten Afrikas, früher britisches Protektorat Njassaland. Das Staatsgebiet grenzt im Norden an Tansania, im Osten an den Malawisee (Njassasee), im Südosten und Süden an Moçambique und im Westen an Sambia. Malawi hat eine Nord-Süd-Ausdehnung von rund 840km bei einer Breite von 80 bis 160km. Die Gesamtfläche des Staates beträgt 118.484km2, wovon ein Viertel Wasserfläche ist. Hauptstadt ist Lilongwe.

Land

Malawi wird von Norden nach Süden vom Ostafrikanischen Grabensystem durchzogen. In diesen tiefen Graben ist der Malawisee (Njassasee) eingebettet, der drittgrößte See Afrikas. Sein Abfluss im Süden, der Shire, mündet in den Sambesi in Moçambique. Westlich und östlich des Ostafrikanischen Grabensystems (Rift Valley) liegen auf 900 bis 1.200 Metern weite Hochebenen, die von einzelnen Gebirgsmassiven überragt werden. Das Nyikaplateau im Norden erreicht eine Höhe von über 2.400 Metern, und das südlich des Malawisees liegende Shirehochland erhebt sich bis über 2.700 Meter.

Klima

Malawis Klimazonen verändern sich mit steigender Höhe. Das tiefer gelegene Shiretal ist heiß und trocken mit Temperaturen zwischen 23°C und 26°C. In den Hochländern ist das Klima gemäßigter. Die Regenzeit dauert von November bis April. Die jährlichen Niederschlagsmengen liegen im Hochland bei 1.800mm, in tieferen Lagen bei 890mm.

Flora und Fauna

Weite Teile des Landes bestehen aus Trockenwald. In den feuchten Bergschluchten und an den Flussufern stehen Nutzholzbestände. Im Hochland wachsen Affenbrotbäume, Akazien und Nadelbäume. In Malawi lebt ein Großteil der für Afrika typischen Tierarten. Dazu gehören Elefanten, Nashörner, Giraffen, Zebras, Affen und mehrere Antilopenarten. An den Seeufern sind Flusspferde heimisch. Daneben gibt es eine Vielfalt von Schlangen und anderen Kriechtieren, Vögeln und Insekten. Die Flüsse und Seen sind reich an Fischen. Bevölkerung Malawi ist mit 77 Einwohnern pro Quadratkilometer einer der am dichtesten besiedelten Staaten Afrikas. Die Gesamtbevölkerung liegt bei etwa 10,4 Millionen. Ein Großteil der Flüchtlinge aus Moçambique kehrte 1994 zurück.Verwaltungsmäßig ist das Land in drei Regionen und 24 Distrikte unterteilt. Zu den beiden großen Städten des Landes gehört die frühere Hauptstadt Blantyre mit 355.000 Einwohnern. Seit 1975 ist Lilongwe mit 223.000 Einwohnern Hauptstadt. Rund 99% der Bevölkerung sind Schwarzafrikaner und gehören Bantustämmen an. Die größten ethnischen Gruppen sind die Chewa, Lomwe, Nyanja und Yao. Die übrigen Einwohner, in erster Linie Siedler britischen und indischen Ursprungs, machen weniger als 0,5% der Bevölkerung aus. Etwa 90% der Bevölkerung leben auf dem Land.

Religion und Sprache

Rund 65% der Bewohner Malawis sind Christen, 20% Anhänger von Naturreligionen und rund 15% Muslime. Amtssprache und erste Unterrichtssprache in den Schulen ist Englisch, Nationalsprache ist Chichewa. Zudem werden eine Reihe von Bantusprachen gesprochen.

Bildung und Kultur

Es besteht keine allgemeine Schulpflicht. Die Universität von Malawi in Zomba (1964 gegründet) einschließlich der ihr angeschlossenen Institutionen weist rund 2.000 Studierende auf.

Verwaltung und Politik

Nach der 1966 verabschiedeten Verfassung ist Malawi eine Republik mit einem vom Volk gewählten Präsidenten, der zugleich Regierungschef und Staatsoberhaupt ist. Die Kabinettsminister unterstehen dem Präsidenten. Die Nationalversammlung (Einkammerparlament) besteht aus 141, vom Volk gewählten, Abgeordneten (Amtszeit fünf Jahre) und mehreren vom Präsidenten ernannten Abgeordneten. Bis zu den ersten nach Einführung des Mehrparteiensystems stattfindenden Wahlen im Mai 1994 gehörten alle Abgeordneten der Malawi Congress Party (MCP) an, der einzigen zugelassenen politischen Partei. Das Gerichtswesen besteht aus dem Obersten Gericht, dem Berufungsgericht, Verwaltungs-, Amts- und traditionellen Gerichten. Die in allgemeinen Wahlen aufgestellten Ratsversammlungen in Malawis 24 Distrikten sowie acht städtischen und ländlichen Gemeinden sind für Regierungsaufgaben innerhalb ihres Gebiets zuständig.

Wirtschaft

Malawi ist eines der ärmsten Länder der Welt. Es verfügt nur über wenige Rohstoffe und Bodenschätze, vor allem Marmor und Kalkstein. Anfang der neunziger Jahre belief sich das Bruttosozialprodukt (BSP) auf rund 1,56 Milliarden US-Dollar. Malawi ist in erster Linie ein Agrarland und Nahrungsmittel-Selbstversorger. Anfang der neunziger Jahre gab es wegen einer großen Dürre schwerwiegende Probleme, da die Grundversorgung nicht mehr gewährleistet werden konnte. Hauptanbauprodukte sind Mais, Zuckerrohr, Früchte, Gemüse und Erdnüsse. Der Agrarsektor erwirtschaftet rund 90% der Exporterlöse. Ausgeführt werden Tabak, Tee, Erdnüsse und Zucker. Die der Eigenversorgung dienende Fischereiwirtschaft gewinnt zunehmend an Bedeutung. Sie hat ihren Hauptstandort in Nkhotakota am Westufer des Malawisees. Die jährliche Fangmenge liegt bei etwa 90.000 Tonnen. Der Staatshaushalt wird von einer negativen Handelsbilanz gekennzeichnet. Zahlreiche Malawier arbeiten als Gastarbeiter in der Republik Südafrika und in anderen Ländern. Das produzierende Gewerbe arbeitet vorwiegend für den Eigenbedarf. Hergestellt werden Nahrungsmittel, alkoholische Getränke, Tabakwaren, Zement, Textilien, Metallwaren und Schuhe.